Stadtkind sucht Land

Immer morgen will ich anfangen, diesen Blog zu schreiben. Eigentlich geht auch heute. Das Leben verändert sich ständig. Gerade fühlt es sich an wie nach einem gewaltigen Gewitter. Alles riecht anders, der Lehmboden ist aufgeweicht, so dass meine Füße Abdrücke hinterlassen. Die Fluten von Wasser haben die Grashalme in eine bestimmte Richtung gekämmt an den Stellen, wo es abschüssig ist. Als hätte eine große Hand den Haarschopf des Grundstücks verwuschelt.

 

Die Spuren der Naturgewalt sind überall zu sehen und doch ist es ganz still. Und über der Stille schwebt eine Botschaft: Neuanfang. Das Stadtkind geht aufs Land. Noch mehr als ohnehin schon. Seit ich das Grundstück vor über 3 Jahren fand, schlage ich Brücken zwischen Berlin und der Uckermark. Unregelmäßig, tagweise, als Gast und Fremde. Wegen der Arbeit, wegen meiner Freunde in der Stadt und weil mir im Kopf noch das Bild fehlte, wo ich ihn auf dem Land des Nachts hinlegen möchte, den Kopf. 

 

Wo ich mein Haupt so betten kann, dass es sich nach Heimat anfühlt. Seit gestern weiß ich es. Wie die Mongolen oder in meinem Fall: Wie die Kirgisen schlage ich mein Zuhause im Heimatgarten Liebe auf, als Nomadin. Erstmal. In einer Jurte. Einem runden Zelt mit Blick in den Himmel. Auf merkwürdige Weise kommen die Dinge in mein Leben. Es sind Zufälle, die mich glücklich machen.

Ich schreib euch davon bald mehr.

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