Zufälle, die mich glücklich machen

Ich schreibe ja gerade dir, weil es dich hierher verschlagen hat. Auch ein glücklicher Zufall. Nimm mir das „Du“ nicht übel, aber wir müssen uns hier nichts vormachen. Das ist ja das Tolle und das Teuflische am Netz: Du bist ganz nah dran. Und ganz schnell wieder weg.

 

Auch an der Jurte, in der ich jetzt wohne. Und in der Natur, die mich inspiriert und nachsinnen lässt, dass es nur so kracht. Über das Leben in der Stadt. Über das Leben, wie man es eben so führt. Wie meine Oma gesagt hätte: Wie es sich gehört!

 

Dass ich jetzt hier wie eine Nomadin in einem Zelt gelandet bin, ist kein Zufall. Innerlich war ich nie sesshaft. Im Grunde war ich immer auf der Suche nach einem Leben, das mir wirklich schmeckt. Und mir kam es damals als junge Frau so vor, als hätten die Philosophen dafür die besten Kochbücher geschrieben. Was sich in meinem Philosophiestudium als Irrtum herausgestellt hat. Die denken ja nur mit dem Kopf, das hat mich nicht überzeugt. Wo bleibt denn da der ganze Rest, der das Leben ausmacht? Das Lächeln, das Du, die Musik, der Körper, die Überraschungen und Zufälle? Der Appetit, der Garten, die Kinder, deine Lieblingsbeschäftigung? Und das, was größer ist als wir? Das alles lässt sich nicht so einfach denken und in ein Regal sortieren, als seien es einzelne Bücher.

 

 

Wie es sonst gehen soll? Na, hier in der Natur wird relativ wenig gedacht. Der Vogel zwitschert, der Schwarm Kraniche fliegt eine perfekte Choreographie, der Maulwurf findet immer die beste Erde, in die ich gerade den Fenchel gesteckt habe. Wie machen die das? Ich beobachte das weiter!

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