Taufe auf Berlinerisch

 Wie du dich vielleicht erinnerst, hänge ich seit Wochen -bildlich gesprochen- in einem Schmetterlingskokon, einem Verpuppungsstadium. Und um mich herum wütet auch die Transformationskraft: Fast alle, die ich kenne, stehen im Moment vor Herausforderungen, sie bekommen wichtige seelische Themen auf Wiedervorlage. Als müssten wir durch ein energetisches Nadelöhr. Und meiner Meinung nach Frauen und Männer schön getrennt. Beziehungsthemen miteinander sind gerade nicht so wichtig.

Jede und jeder kehre vor seiner eigenen Haustür. 

 

Apropos Haustür: Meine Fühler sind schon seit einigen Tagen frisch geschlüpft und auch die Flügel des Schmetterlings sind ausgebildet. Als ich gestern mit dem Gefühl, neugeboren zu sein, auf die Straße trete, laufen zwei kleine Jungs meines Weges. Ein Dreijähriger mit Irokesen-Haarschnitt. 

 

Mit ihm trifft sich mein Blick ziemlich lange. Er lässt mich beim Weitergehen nicht aus den Augen und ruft mir zu: „Und DU heißt“ –längere Pause-„SAUSE!“ Er hat’s fröhlich gesagt, ich hab’s angenommen. Ich lebe also seit gestern die „Sause! . Auch weil es zu meinen Schmetterlingsflügeln passt. Wer gute Augen hat, entdeckt die Flügelansätze auf dem beiliegenden Foto. Es stammt vom Aufbau meiner Jurte.

Kölle Alaaf!

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