"Tanzt, tanzt oder wir sind verloren!"

Hat Pina Bausch gesagt, die große tanzende Seele.

 

Wenn ich ein Tanzstück von ihr gesehen habe, hatte ich früher oder später Gänsehaut. Als ob man eine unsichtbare Panzerglasscheibe wegnimmt und nun RICHTIG sehen kann: Da bewegt sich ein Mensch. In seiner ganzen Verletzlichkeit und einmalig. Und die Erlaubnis dazu tut gut. Auch beim Zuschauen. 

 

Es kommt mir immer öfter unter: das echte Menschsein. Es mogelt sich zwischen die Alltagshektik und macht sich immer breiter. Es ist überall und es überrascht mich, wie stark es beim Miteinander Tanzen ist. Kontakthöfe. Bei der Geburtstagsfeier auf dem Weg  zwischen Mädchen und junger Frau. Neulich im Heimatgarten Liebe. Und auf der Hochzeit in Köln im Mediapark., wenn fremde Menschen in Kreisen über die Wiese tanzen. 

 

Wie schottische Clans, wie Shakespeares Elfen im Sommernachtstraum, wie im Feuertanz der Indianer,  wie in der Trance alter Stämme. Wie griechischer Sirtaki und jiddische Kreistänze. Wie am Hof der Könige, wie in drei Nüsse für Aschenbrödel. 

Reich mir die Hand, mein Leben. Eine Hand, die eine andere nimmt, kann keine Faust machen und kein Gewehr halten. Mit einiger Übung und Herzenswärme kann sie dann irgendwann gar nicht mehr anders, als zur richtigen Zeit am richtigen Ort sogar einen  Ertrinkenden aus dem Meer retten.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0