Herbsttage

Ich weiß nicht, wie es dir geht?  Mich hat der Einzug des Herbes verschreckt. Dabei ist es schon mein fünfundvierzigster. Doch dieses Jahr ist alles anders.

 

Als Naturkind fühle ich mich so nah dran am Sturm, der Kälte und der zunehmenden Dunkelheit. Eine Frage beschäftigt mich sehr: Mit wem werde ich ums Feuer und um den Ofen sitzen? Abenteuer erzählen und Pläne schmieden. Herbsttage.

 

 

 

Gemeinsam eine Jurte zu bauen war der Höhepunkt des Sommers, jetzt will ich auch mehr vom Wir im Herbst. Überhaupt mehr Wir. Den Pelz des einsamen Wolfes hab ich auf dem Trödel in der Stadt verkauft. Er ist dort sehr gefragt.

 

Wenn ich nach der Menge der Birnen und Quitten gehe, hat der Garten auch Lust auf Mehr. In der Jurte findet sich die Gemeinschaft  im Kreis. Der Garten zieht Kreise und es gibt wohlwollende Unterstützung. Die Idee eines Paradiesgartens ist ansteckend. Wie Pilze können immer mehr Räume voller Liebe aus dem Boden schießen. Herbsttage.

Hier in Berlin hat Anne, die Chefin vom Café gegenüber angeboten, einen Erntestand für uns aufzubauen. Mit Quitten, Birnen, Äpfeln, Walnüssen und Eingemachtem. Von den Spenden pflanzen wir noch mehr Obstbäume.

 

Die Anthroposophen sagen, dass jetzt der Seelensommer beginnt. Keine Ablenkung mehr im Außen. In-sich-gehen, den inneren Boden nähren und ausruhen. Herbsttage.

 

Unsere Saat für den nächsten Frühling ist der Pavillon, als Liebeserklärung an die Natur: WIR sitzen am Bauantrag.  

 

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