Des Elefanten letzter Gang – zo Foß noh Kölle

 

Letzte Woche war Beerdigung und Karneval in Köln.

 

Der Karneval ist so etwas wie eine sechstägig Abschiedsparty von Fülle, Fleisch und Feiern, bevor es Aschermittwoch mit Fasten losgeht. Bevor es Ostern um die Wiederauferstehung geht. Und die Natur macht uns bald mit allen Farben vor, wie das geht: das Wiederauferstehen. Unwiderstehlich. Und die Seele macht mit, da kann soviel Ablenkung toben wie will. Sie will wachsen. Immer weiter.

 

Für den ältesten Freund meines Vaters, der gestorben ist, gibt es das in diesem Sinne jetzt nicht mehr: der Karneval, meine ich. Und Wiederauferstehung? Ich glaube, es ist eine innere Entscheidung: Für jede Seele, hier oder dort.

 

Für mich ist mit dem fast achtzigjährigen Norbert der älteste „Elefant“ der Herde, in der ich aufgewachsen bin, an seinem Friedhof eingekehrt Die letzten Monate, mit der ganzen Familie um sich, waren wie ein sehr beschwerlicher Marsch dorthin. Mit Liebe und Geduld, die nicht von dieser Welt ist.

 

Und über Allem schwebt die Frage: Was ist wirklich wichtig? Und wie Kamelle regnet es Antworten:  Wirkliches Miteinander, ganz echt,  ohne schönen Schein.  Kinder sind wichtig und dass wir ihnen zuhören.  Dass wir unsere Gärten bestellen, jedes Jahr neu. Und sinnvolle Arbeit tun mit der Zeit und den besonderen Gaben, die jeder von uns hat. Alaaf!

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Svenja Wasser (Dienstag, 12 März 2019 20:16)

    So schön schreibst Du.
    Danke Dir.

  • #2

    Anna (Mittwoch, 13 März 2019 22:03)

    Rührend schön

  • #3

    Jo junghanns (Dienstag, 23 Juli 2019 13:16)

    Hallo Katja
    Kommt in deinen Gedanken , das Wort Dankbarkeit vor?
    Oder vielleicht kennst du das Wort nicht!!!!???