Salat ohne Zweifel

„Wo wohnt der Teufel?“ fragt mich das kleine Mädchen. “ Im Selbstzweifel“, sage ich  aus Reflex. Und sie versteht mich. „Und wenn ich genau das mache, was sich so richtig richtig anfühlt: sind das dann die Engel?“.

“Eigentlich bist du das alles selbst.“ antworte ich ihr. „Und du schaust, welcher Stimme du zuhörst. Welche Stimme ein guter Ratgeber für dich ist.“

 

„Können die Erwachsenen das? Sagen, welche Stimme ein guter Ratgeber ist?“ „Das kannst du am besten selbst.“ sage ich. „Je beschäftigter man ist, desto mehr Stimmen hört man. Die Erwachsenen müssen besonders gut aufpassen und hinhören. Die Menschen auf der Arbeit, das volle Postfach und all die Neuigkeiten, die aus dem Bildschirm kommen.“

 

Das kleine Mädchen seufzt. „Kommen Neuigkeiten aus dem Bildschirm?“ „Manchmal ja. Und ganz oft werden alte Sachen wieder aufgewärmt.“ „Zweimal aufgewärmtes mag ich nicht.“  „Na dann wirst du dich mit dem Internet wahrscheinlich gut verstehen, falls du mal ein Smartphone hast. Es ist wie eine riesige Speisekarte und du suchst dir am besten ganz genau das aus, worauf du wirklich Appetit hast.“

 

„ Und wenn ich mal Bauchschmerzen davon bekomme? Dann bestell ich mir aber beim nächsten Mal was Anderes.„

„Das mache ich auch so.“, sage ich. „Und ich suche auch nicht ewig. Ich hab gemerkt, dass manche Menschen kaum noch etwas anderes tun. Und vor lauter Suchen merken sie gar nicht mehr, auf was sie eigentlich Hunger hatten. Und essen dann schnell irgendwas.“

 

„Weil sie sich die Frage nicht stellen: Was macht mich satt?“ fragt das Mädchen, während es sich verabschiedet.“ “Ja, das kann sein. Eine gute Frage ist oft der Anfang von Etwas Neuem.“ zwinkere ich und sie galoppiert davon.

 

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