Der Luchs taucht auf!

Er ist fast so groß wie ein Schäferhund und setzt eine Pfote vor die andere. Er läuft ruhig in unsere Richtung, nachdem ich gerade noch den Satz im Ohr habe  "Luchse werden wir heute im Wildpark (der Schorfheide) wahrscheinlich nicht sehen". Und doch: Im leisen Surren des Nieselregens kommt er näher und bleibt 2 Meter entfernt von uns stehen und schaut uns an. Die schwarzen Haarbüschel an seinen Ohrspitzen wirken auf mich, als ob er ein Fabelwesen sei, das mit besonderen Antennen ausgestattet wurde. Erst als wir den Fotoapparat rausholen, dreht er sich langsam um und geht in ruhigem Tempo von uns weg seiner Wege. Dieser kurze Schwanz mit dem schwarzen Fellball am Ende ist auch etwas, was ich noch nie bewusst wahrgenommen habe. Er ist anders und ich weiß wenig von ihm. Ihm jetzt zu folgen, würde der Begegnung das Besondere nehmen.  Er zeigt sich, wann er will.

 

Seit Wochen dreht sich in meinem Inneren und im Außen viel um den Bau unseres Rundstamm-Pavillons. Es macht große Freude, mit anderen Menschen über den besonderen Raum zu sprechen und immer wieder wunderbare Unterstützung zu bekommen. Durch die Gespräche, die guten Ideen, das Interesse und den Zuspruch und die Spenden wird der Raum real und wächst. Ein Viertel der Finanzierung steht und es sind noch vier Wochen Zeit, um mit anderen unsere Gestaltungsfreude zu teilen. Für unseren Raum und auch für eigene schöne Ideen und Projekte, die Talente in die Welt bringen und sie bereichern.

 

Was mich dazu bringt, mir selbst die Frage zu beantworten, warum ich diesen Blog hier schreibe. EIN Drang von mir hat bisher ALLE Zweifel überwunden: sowohl die der Eitelkeit (die Prozesse oder mein Fremdbild beschönigen zu wollen) als auch den der Minderwertigkeit (wen interessiert schon, was ich hier tue..?) Etwas, woraus ich in meinem Leben am meisten gelernt habe, waren die inneren Wahrheiten und erzählten Biografien von Menschen. Geschichten aus dem inneren Wachstum und der inneren Verletzbarkeit, die man im Alltag gerne mal vor sich und anderen verschweigt. Eine Art, Hinauswachsen über den eigenen Schatten. Es muss gar nicht in Form eines Blogs sein, eine stille Ehrlichkeit zu sich selbst ist, glaube ich, eine menschliche Königsdisziplin. 

 

 

 

 

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