12. März 2019
Letzte Woche war Beerdigung und Karneval in Köln. Der Karneval ist so etwas wie eine sechstägig Abschiedsparty von Fülle, Fleisch und Feiern, bevor es Aschermittwoch mit Fasten losgeht. Bevor es Ostern um die Wiederauferstehung geht. Und die Natur macht uns bald mit allen Farben vor, wie das geht: das Wiederauferstehen. Unwiderstehlich. Und die Seele macht mit, da kann soviel Ablenkung toben wie will. Sie will wachsen. Immer weiter. Für den ältesten Freund meines Vaters, der gestorben ist,...
07. Februar 2019
In den grüblerischen Morgenstunden kommt erstmals wieder Lust: Weiter schreiben! Es war wie drei Monate Entzug: Wenig Natur, kaum Farben außer grau und braun, kaum Gerüche, überwiegend Beton und in den dunklen Stunden sehr viel Zeit für Innenschau. Wie 90 Tage innerer Hausputz. Oder eher 90 Nächte. Die Rauhnächte könnten dieses Jahr auch Putznächte heißen. Und übrig geblieben ist eine alte abgefallene Schlangenhaut. Und ein Hunger nach Farben, Düften, Tönen und echtem Sprechen,...
29. Oktober 2018
Ich weiß nicht, wie es dir geht? Mich hat der Einzug des Herbes verschreckt. Dabei ist es schon mein fünfundvierzigster. Doch dieses Jahr ist alles anders. Als Naturkind fühle ich mich so nah dran am Sturm, der Kälte und der zunehmenden Dunkelheit. Eine Frage beschäftigt mich sehr: Mit wem werde ich ums Feuer und um den Ofen sitzen? Abenteuer erzählen und Pläne schmieden. Herbsttage. Gemeinsam eine Jurte zu bauen war der Höhepunkt des Sommers, jetzt will ich auch mehr vom Wir im Herbst....
31. August 2018
Gestern waren die Disteln an der Reihe. Da alles seinen Sinn hat, müssen auch sie für etwas gut sein. Sie haben ähnlich wie der Löwenzahn solche Puste-Sporen, die ÜBERALL hinfliegen. Mein Nachbar hat sich zu recht beschwert über die zu ihm fliegende Belästigung aus dem Feld des Heimatgartens Liebe herüber. Sie wird erst im nächsten Jahr ihre Blüten treiben. Aber wenn du jemals mit nackten Füßen in eine Distel getreten bist, weißt du, wie so etwas Winziges eine riesige schmerzliche...
23. August 2018
Vieles bei der Entwicklung auf dem Grundstück, im Heimatgarten Liebe, hatte mit mir zu tun. Ich habe das Grundstück gefunden, gekauft und zunächst alleine, dann langsam mit anderen erschlossen. Kennengelernt. Es fühlt sich an wie meine Lebensaufgabe, den Garten zusammen in einer Gemeinschaft zu einem Paradies zu machen. Vorausgesetzt, das Schicksal spielt mit.Ich glaube zum Beispiel daran, dass die große Menge an Brennnesseln, die es dort gibt, gut für meine Entgiftung sind und ich...
07. August 2018
Schlechte Träume, Kopf voll, ängstliche Menschen, die erstmal alles Neue abwehren. Veränderung zulassen ist so eine Kunst. Manchmal läuft es nicht gut. Wie dann weitermachen? Und auch noch drüber schreiben. Weil ja alles dazu gehört. Wenn ich die Ratlosigkeit erst einmal umarmt habe, geht es meistens mit einer kleinen Idee weiter. Diesmal ist es ein Refrain. Der heranweht aus einem Wochenende voller Momente. Die Erdmöbel haben es geschrieben und mit Judith Holofernes auf dem Ebertplatz...
31. Juli 2018
Hat Pina Bausch gesagt, die große tanzende Seele. Wenn ich ein Tanzstück von ihr gesehen habe, hatte ich früher oder später Gänsehaut. Als ob man eine unsichtbare Panzerglasscheibe wegnimmt und nun RICHTIG sehen kann: Da bewegt sich ein Mensch. In seiner ganzen Verletzlichkeit und einmalig. Und die Erlaubnis dazu tut gut. Auch beim Zuschauen. Es kommt mir immer öfter unter: das echte Menschsein. Es mogelt sich zwischen die Alltagshektik und macht sich immer breiter. Es ist überall und es...
16. Juli 2018
Kein klarer Gedanke, nur Nebel im Kopf. Ich sollte längst ein Schmetterling sein. Stattdessen Rauchschwaden. In mir tobt Schwelbrand und mir ist nach mehreren Löschzügen. Nach einem Schmetterling klingt mir das nicht. Ich verlasse meine innere Romantik-Straße und gönne mir eine Rast auf einem Parkplatz namens Wahrheit. Wenn ich ehrlich zu mir bin, bin ich gerade überfordert. Oder besser: Mir macht Angst, dass mich mein Mut vor einiger Zeit mit Tempo 1000 rechts überholt hat. Ein ernstes...
09. Juli 2018
Längere Zeit bin ich schon draußen in der Uckermark. Es gibt eine Pflastersteinstraße neben dem Grundstück, die ins Tal führt. Die Gegend hat Hügel, Felder mit Gräsern, goldenem Korn. Insgesamt ein Drittel Zivilisation und zwei Drittel Robinson Crusoe für mich als Stadtkind. Manchmal ist es so abgeschieden, dass ich aufschrecke, wenn eine Landmaschine mit lautem Getöse vorbeifährt. Der Moment morgens, das erste was ist, nach dem Wachwerden in der Jurte, sind Geräusche, die ich nicht...
27. Juni 2018
Wie du dich vielleicht erinnerst, hänge ich seit Wochen -bildlich gesprochen- in einem Schmetterlingskokon, einem Verpuppungsstadium. Und um mich herum wütet auch die Transformationskraft: Fast alle, die ich kenne, stehen im Moment vor Herausforderungen, sie bekommen wichtige seelische Themen auf Wiedervorlage. Als müssten wir durch ein energetisches Nadelöhr. Und meiner Meinung nach Frauen und Männer schön getrennt. Beziehungsthemen miteinander sind gerade nicht so wichtig. Jede und...

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